Aufgaben und Ziele

Das Institut für Volkskunde der Deutschen des östlichen Europa (IVDE) dokumentiert und analysiert die historische und gegenwärtige Popular- und Alltagskultur der Deutschen in und aus Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa, auch unter interethnischen und interkulturellen Aspekten. Neben der Erweiterung und wissenschaftlichen Aufbereitung der umfangreichen Material- und Archivbestände des Hauses wird sowohl historisch-archivalisch als auch empirisch (Feldforschung) geforscht.

Die Erkenntnisinteressen des Instituts haben sich nach der politischen Wende konsequent von der ursprünglichen Vertriebenenvolkskunde zu modernen Fragestellungen hin entwickelt. Neben seinen traditionellen, aus den Archivbeständen resultierenden historischen Forschungsaufgaben widmet sich das Institut heute verstärkt der Analyse kultureller Phänomene im Zusammenhang mit der europäischen Integration. Die vom damaligen Johannes-Künzig-Institut für ostdeutsche Volkskunde (Vorgängerinstitut des IVDE) schon lange vor der politischen Wende gepflegten Kontakte zu verschiedenen wissenschaftlichen Einrichtungen im östlichen Europa (vor allem in Polen, der Tschechischen Republik und in Ungarn) wurden nach 1989 ausgebaut und intensiviert.

Zur Förderung des wissenschaftlichen Austausches zwischen Ost und West gewährt das Land Baden-Württemberg regelmäßig Stipendien für Studierende und Graduierte aus osteuropäischen Staaten.


Für weitere Informationen verweisen wir auf folgende Publikationen:

Habenicht, Gottfried: Das Johannes-Künzig-Institut für ostdeutsche Volkskunde. In: Jahrbuch für ostdeutsche Volkskunde 35/1992, S. 409-424.

Mezger, Werner: Mit der Wende nicht zu Ende: Das Freiburger Institut für ostdeutsche Volkskunde zwischen alten und neuen Zielen. In: Jahrbuch für deutsche und osteuropäische Volkskunde 42/1999, S. 1-19.

Retterath, Hans-Werner: Das Johannes-Künzig-Institut in Freiburg/Breisgau: eine Archiv- und Forschungseinrichtung zur Volkskunde der Deutschen in und aus dem östlichen Europa. In: Bendel, Rainer; Janker, Stephan M. (Hg.): Vertriebene Katholiken. Impulse für Umbrüche in Kirche und Gesellschaft. (Beiträge zu Theologie, Kirche und Gesellschaft im 20. Jahrhundert, Bd. 5). Münster 2005, S. 159-176.