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Forschungsprojekte

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des IVDE arbeiten z.Zt. an folgenden Projekten:


Dr. Elisabeth Fendl: Erinnerungskultur von Heimatvertriebenen

Nach Flucht und Vertreibung spielen im Prozeß der Integration der Heimatvertriebenen identitätsstiftende Bilder und Zeichen eine wichtige Rolle. In diesem Projekt soll - zunächst am Beispiel der Sudetendeutschen - gezeigt werden, von wem, warum und mit welchen Mitteln diese "Symbole" transportiert werden. Neben einer Analyse des äußeren Erscheinungsbildes interessieren auch die Zuständigkeiten bei der Demonstration dieser Kultur, die Konflikte um selbige, die "Wurzeln", auf die sich die Akteure berufen und der Prozeß der Politisierung von Kultur. Dabei werden öffentliche wie private Formen der Festkultur der Deutschen aus Böhmen, Mähren und Österreichisch-Schlesien ebenso untersucht wie religiöse Zeichen und deren Bedeutung im Prozeß der Integration von Heimatvertriebenen und Flüchtlingen.

Das Projekt "Erinnerungskultur" ist in mehrere Teilprojekte untergliedert:

  • Ikonographie des Heimwehs
  • Kirchenräume in Heimatvertriebenen-Siedlungen als Orte der Identität
  • Der Umgang mit Denkmälern
  • Öffentliche Festkultur. Das Beispiel „Sudetendeutscher Tag“
  • Private Festkultur: „Sudetendeutsche Weihnachten“
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Prof. Dr. Werner Mezger: „folklore europaea. Online-Datenbank mit Informationen über mehrere tausend Feste und Bräuche in Europa, hier: im östlichen Europa

Feste und Bräuche gehören zu den wertvollsten Indikatoren der Kulturanalyse. Aus der Art und Weise, wie sie von verschiedenen Nationen, Regionen und Städten, aber auch von Minoritäten oder Majoritäten in gemischtethnischen Räumen als vielseitige Ressourcen genutzt werden, lassen sich Einsichten in fundamentale Funktionsmechanismen gesellschaftlichen Zusammenlebens gewinnen: in die Entstehung und Ausprägung von Mentalitäten, die Konstruktionsmuster von Identität, die Wahrnehmung des Eigenen und des Fremden, den Ablauf von Ethnisierungsprozessen, das Aushandeln der Hierarchien zwischen Hegemonial- und Partialkulturen, das stets latente Spannungsverhältnis zwischen Exklusion und Integration, die Wahrnehmung von Differenz, die Instrumentalisierung von Auto- und Heterostereotypen und vieles andere mehr.

folklore-europaea.org


PD Dr. Michael Prosser: Analyse von Einzelschwerpunkten innerhalb des Datenbankprojektes „Feste, Bräuche und Traditionen in ehemaligen und noch bestehenden Siedlungsgebieten der Deutschen im östlichen Europa“ (i.V.m. Projekt "folklore europaea")

Systematische diachrone Analyse und geographische Verbreitungsuntersuchung ausgewählter dinglicher (gegenständlicher) Bedeutungsträger und Ritualfiguren in und bei mitteleuropäischen Festen. Hier zunächst: Figur des Hl. Urban in Mittel- und Ostmitteleuropa in ihrem Funktionswandel von der Spätantike bis zur Gegenwart. Weitere Einzelschwerpunkte fortlaufend nach Abstimmung mit der Projektleitung.
Seit 07/ 2005: Das Osterfest im Spiegel ostmitteleuropäischer Volksschauspieltradition (Passionsspiele aus Ostmitteleuropa, insbesondere unter Verwendung der Befunde der Sammlung Karasek).

PD Dr. Michael Prosser: Funktionen der Feste und Brauchformen von Vertriebenen in der BR Deutschland nach 1945 (i.V.m. Projekt "folklore europaea")

Was in politik- und parteiengeschichtlichen Arbeitsansätzen bisher vernachlässigt werden musste, war der konkrete Vollzug der gemeinsamen Kultur der Flüchtlinge und Vertriebenen. Denn zu ihrer Geschichte auch in der BR Deutschland gehört ebenso die aktive Ausübung ihrer enkulturierten Sozialformen, wie sie in den gemeinsamen Bewegungen eingeübter Festanlässe geschieht. Zu den Resultaten und Dekreten der politischen Verbandstätigkeit kommt eben, wie die zweite Seite derselben Medaille, Tätigkeit und Teilnahme in popularen kulturellen Versammlungsereignissen außerhalb der offiziellen Verbandstagungen. (Hier insbesondere Jahreszeitfeste und geschichtliche Erinnerungsfeste ). Karasek-Langer und seine Mitarbeiter haben solche Ereignisse minutiös verfolgt und dokumentiert. Es wird nun darauf ankommen, dieses enorm umfangreiche Potential an Forschungsmaterialien gegenwärtigen Unternehmungen bekanntzumachen und zur Verfügung zu stellen. Diese Seite der Geschichte ist für den historischen Werdegang der Bundesrepublik Deutschland insgesamt aufzuarbeiten, wenn wir die jüngste Vergangenheit verstehen, die Umstände der Gegenwart begreifen und für die drängenden aktuellen Zukunftsfragen Orientierung gewinnen wollen. Es geht hier um eine Epoche von gesellschaftlichen und kulturellen Verwerfungen, wie sie seit der Epoche des 30jährigen Krieges in Mitteleuropa nicht mehr eingetreten waren.


Dr. Hans-Werner Retterath: Kulturelle Integration russlanddeutscher Aussiedler

Das Forschungsprojekt hat die kulturellen Aspekte der Integration der russlanddeutschen Aussiedler im allgemeinen untersucht. Bei dem Projekt wurde davon ausgegangen, daß neben dem Vorhandensein einer Wohnung, eines Arbeitsplatzes und von Sprachkenntnissen das wechselseitige Verständnis kultureller Aspekte von enormer Bedeutung für die Integration ist. Bestimmte Einzelaspekte werden in Teilprojekten vertieft.

Dr. Hans-Werner Retterath: Gemeindepartnerschaften zwischen Ungarn und Polen einerseits und Baden-Württemberg andererseits - unter besonderer Berücksichtigung der Rolle der Vertriebenen und Flüchtlinge

Gemeindepartnerschaften sind ein wichtiger Bestandteil beim Aufbau eines Europas der Bürger. Die wechselseitigen Kontakte wecken nicht nur das Interesse und Verständnis für einander, sondern sind ein Übungsfeld für den Umgang mit kulturellen Gemeinsamkeiten und Differenzen. Das Projekt beleuchtet aus kulturwissenschaftlicher Perspektive zunächst allgemein das Denken und Handeln der Akteure dieser Gemeindepartnerschaften. Im Besonderen wird dann das Augenmerk auf das Engagement der Deutschen in und aus Ungarn, Polen und Kroatien gelegt.

Projekt-Partnerschaften

Infostand der polnischen Partnerstadt Wisla bei der Rheinfeier in Rheinhausen, Sept. 2007

Dr. Hans-Werner Retterath: Baden-Württembergische Vertriebenendenkmale

Denkmale bedienen vordergründig die Erinnerung an bestimmte historische Aspekte und Ereignisse. Über Denkmale wird die Vergangenheit für die Gegenwart und Zukunft interpretiert. Zudem sind ihre Gestaltung und der Umgang mit ihnen als Ausdruck der jeweiligen Zeit zu verstehen. Die beiden Hauptfragen der Untersuchung zielen darauf, inwieweit sich in den Denkmalen widerstreitende Geschichtsbilder als auch Integrationsversuche spiegeln. Im Zentrum der Forschung stehen die baden-württembergischen Vertriebendenkmale; gleichwohl sind aus Vergleichsgründen auch die Denkmale anderer Gruppen im nationalen und internationalen Rahmen zu untersuchen.


Csilla Schell M.A.: Feste in Ungarn. Das Fest des Hl. Stephan (i.V.m. Projekt "folklore europaea")

Innerhalb des Forschungsprojektes „Folklore Europaea: Feste – Bräuche – Traditionen in Europa: hier im östlichen Europa“ wird aktuell der Bereich „Feste und Bräuche“ in Ungarn untersucht. Als vertieftes exemplarisches Beispiel wird das Nationalfest am 20. August beforscht mit besonderer Berücksichtigung seiner historischen deutschen und aktuellen ungarndeutschen Bezüge.


Csilla Schell M.A.: Fest und Brauch bei Ungarndeutschen im Prozess der Revitalisierung (i.V.m. Projekt "folklore europaea")

Das Forschungsprojekt zielt auf die Beschreibung und Analyse neuester Ethnisierungsprozesse der in Ungarn lebenden Deutschen, wie sie durch die Wiederbelebung von Traditionen und darunter auch durch die Revitalisierung von Festen und Bräuchen zum Ausdruck kommen.
Unsere Partnereinrichtungen:

Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde

Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg

Donauschwäbisches Zentralmuseum Ulm